Umsetzung
QR-Code auf dem Weinetikett richtig drucken
Was neben dem QR-Code stehen muss und wie du Größe, freien Rand, Kontrast und Dateiformat für den Etikettendruck auswählst.
KI-generiertDer QR-Code ist der einzige Weg zu deinem E-Label. Nach dem Scannen sollen deine Kundinnen und Kunden direkt die Angaben zum Wein lesen können. Dafür muss der QR-Code auf dem Etikett gut erkennbar und eindeutig beschriftet sein. Für den Hinweistext gibt es eine klare Vorgabe der EU-Kommission. Für Größe und Gestaltung gelten dagegen nur technische Regeln und Erfahrungswerte.
Hier findest du die rechtlichen Hinweise und die wichtigsten Druckempfehlungen zusammen. Welche Angaben das E-Label selbst enthalten muss, erklärt der Ratgeber E-Label für Wein: Was seit 8.12.2023 Pflicht ist.
Welcher Text neben den QR-Code gehört
Der Hinweis neben dem QR-Code muss erkennen lassen, dass dahinter die Zutatenangaben stehen. Dafür braucht er nach Auffassung der EU-Kommission das Wort „Zutaten“. Ein allgemeines Symbol wie „i“ genügt nicht (Bekanntmachung C/2023/1190, Frage 38). Behörden empfehlen „Zutaten und Nährwerte“, weil der Text beide Inhalte benennt.
- In jeder Etikettsprache: Beschriftest du das Etikett für mehrere Märkte, steht der Hinweis in jeder dieser Sprachen, zum Beispiel „Zutaten und Nährwerte / Ingredients and nutrition“. Mehr dazu im Ratgeber E-Label in mehreren Sprachen.
- Gut lesbar: Für Pflichtangaben gilt eine Schriftgröße von mindestens 1,2 mm (Art. 40 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/33). Halte dich auch beim Hinweis am Code daran.
- Noch kein Symbol: Die Verordnung (EU) 2026/471 erlaubt der Kommission, künftig ein einheitliches Symbol für das E-Label festzulegen. Bis zum Stand dieses Artikels ist das nicht geschehen. Bis dahin bleibt das Wort maßgeblich.
Wie groß der QR-Code sein muss
Für QR-Codes ist keine gesetzliche Mindestgröße festgelegt. Maßgeblich ist, ob gängige Smartphones den Code zuverlässig lesen. Merkblätter und Druckempfehlungen nennen Größen ab etwa 1 x 1 cm, andere Empfehlungen gehen bis 1,5 x 1,5 cm. Welche Größe sich für dein Etikett eignet, hängt vom Code und den Druckbedingungen ab.
Was die nötige Größe bestimmt
- Anzahl der Module: Je mehr Daten im Code stecken, desto mehr Quadrate hat er. Bei gleicher Gesamtgröße wird dann jedes einzelne kleiner.
- Druck und Material: Auf rauem Naturpapier oder bei Prägung verlaufen feine Details leichter als auf glattem Papier.
- Ruhezone: Prüfe bei jeder Größenangabe, ob der weiße Rand schon eingerechnet ist. Empfehlungen unterscheiden sich hier.
Warum eine kurze Adresse den Code kleiner macht
Im QR-Code ist die Internetadresse gespeichert. Je länger sie ist, desto mehr Module, also kleine Quadrate, werden benötigt. Bei gleicher Druckgröße bleibt für jedes Quadrat weniger Fläche. Das erschwert das Lesen. Eine kurze Adresse ohne Zusätze ergibt einen Code mit größeren Modulen, der sich auch auf kleiner Fläche gut scannen lässt.
| Adresse im Code | Wirkung |
|---|---|
| kurze Adresse wie weindaten.com/162 | wenige, große Module, auch klein gut lesbar |
| lange Adresse mit Unterseiten, Parametern oder Kampagnenkennung | viele, kleine Module, braucht mehr Fläche |
Die im Code gespeicherte Adresse muss dauerhaft gleich bleiben, denn nach dem Druck lässt sich der Code nicht mehr ändern. Erreichbar bleiben muss das E-Label so lange, wie der Wein bei normaler Lagerung verzehrfähig ist (C/2023/1190, Frage 40). Du kannst die Adresse zusätzlich als Text drucken. Als alleiniger Zugang reicht sie nach Auffassung der Kommission nicht aus (Fragen 26 und 33).
Die Ruhezone: freier Rand rund um den Code
Als Ruhezone bezeichnet man den hellen, freien Rand rund um den QR-Code. An ihm erkennt der Scanner die Grenzen des Codes. Der QR-Code-Standard ISO/IEC 18004 sieht dafür mindestens 4 Module vor, also die vierfache Breite eines einzelnen Quadrats. Diese Mindestbreite stammt aus dem technischen Standard, nicht aus dem Weinrecht.
- Keine Schrift, Linien, Rahmen oder Bildelemente in die Ruhezone setzen.
- Die Ruhezone hat dieselbe helle Farbe wie der Hintergrund des Codes.
- Abstand zur Stanzkante und zum Etikettrand halten, damit der Rand beim Schneiden nicht verloren geht.
- Den Code nicht in einen Kreis oder eine andere Form beschneiden.
Kontrast und Farbe: dunkel auf hell
Damit der Scanner die Module vom Hintergrund unterscheiden kann, braucht der Code einen deutlichen Helligkeitskontrast. Schwarz auf Weiß ist am zuverlässigsten. Andere Farben sind möglich, wenn die Module deutlich dunkler als der Hintergrund bleiben. Rechtlich ist keine Farbe vorgegeben, technisch entscheidet der Kontrast aber oft darüber, ob ein Handy den Code sofort erkennt.
- Dunkle Module auf hellem Grund: etwa Schwarz, Dunkelblau oder ein sehr dunkles Rot auf Weiß oder hellem Creme.
- Nicht invertieren: Helle Module auf dunklem Grund lesen nicht alle Kamera-Apps.
- Keine Effektfarben: Gold, Silber, Heiß- oder Kaltfolie und stark glänzende Lacke spiegeln und stören den Scan.
- Ruhiger Untergrund: keine Prägung, keine Verläufe und keine Bilder hinter dem Code.
- Kein Logo in der Mitte: Es verdeckt Module, die der Scanner dann über die Fehlerkorrektur ersetzen muss.
Vektor statt Pixel: das richtige Dateiformat
Übermittle der Druckerei den QR-Code als Vektordatei, etwa als SVG, PDF oder EPS. Darin sind die Flächen so beschrieben, dass ihre Kanten beim Skalieren scharf bleiben. Ein Pixelbild wie PNG oder JPG wird beim Vergrößern unscharf und beim Verkleinern ungenau. Weiche Modulkanten erschweren den Scan.
- Den Code im Layout nur proportional skalieren, nie verzerren.
- Keine Effekte wie Schatten, Konturen oder Weichzeichner anwenden.
- Die Module in einer einzigen dunklen Farbe drucken, etwa 100 % Schwarz, damit beim Mehrfarbendruck kein Versatz zwischen den Farben entsteht.
- Die fertige Druckdatei einmal vom Bildschirm scannen und prüfen, ob die richtige Adresse öffnet.
Fehlerkorrektur: welche Stufe sinnvoll ist
Zusätzliche Daten im QR-Code ermöglichen es dem Scanner, kleinere Schäden wie Kratzer, Flecken oder Druckfehler auszugleichen. Dafür gibt es die Stufen L, M, Q und H. Höhere Stufen können mehr Beschädigungen ausgleichen. Sie benötigen aber auch mehr Module. Bei unveränderter Druckgröße werden diese dadurch kleiner.
| Stufe | Wiederherstellbar (etwa) | Auf dem Etikett |
|---|---|---|
| L | 7 % | kleinster Code, wenig Reserve bei Beschädigung |
| M | 15 % | guter Ausgleich zwischen Größe und Robustheit |
| Q | 25 % | mehr Reserve, feinere Module |
| H | 30 % | nur sinnvoll, wenn Teile des Codes verdeckt sind |
Für Weinetiketten bietet Stufe M meist einen sinnvollen Ausgleich zwischen Größe und Fehlerkorrektur. Eine höhere Stufe nur für ein Logo in der Mitte bringt keinen Vorteil bei der Lesbarkeit: Sie macht die Module feiner.
Wo der Code auf das Etikett gehört
Nach Auffassung der EU-Kommission stehen der QR-Code und der Brennwert im gleichen Sichtbereich wie die übrigen Pflichtangaben, also etwa Alkoholgehalt und Nennfüllmenge (C/2023/1190, Frage 2; Art. 40 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/33). Ob das auf dem Vorder- oder dem Rückenetikett ist, legt die Verordnung nicht fest.
- Ein gemeinsamer Block: Der Allergenhinweis darf außerhalb des Sichtbereichs stehen, wenn das Zutatenverzeichnis elektronisch bereitgestellt wird (Art. 40 Abs. 2 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/33). Code, Brennwert und „Enthält …“ zusammen sind trotzdem am übersichtlichsten.
- Rundung der Flasche: Je breiter der Code im Verhältnis zur Flasche, desto stärker wölbt er sich. Bei schlanken Flaschen hilft eine kompakte, aber noch gut lesbare Größe.
- Frei zugänglich: nicht über eine Etikettkante oder Naht, nicht unter Kapsel, Halsschleife oder Banderole.
Wie du den Brennwert für die Zeile neben dem Code berechnest, zeigt der Ratgeber Nährwerte für Wein berechnen. Schneller geht es mit dem kostenlosen Brennwertrechner. Welche Allergene in den Hinweis gehören, erklärt der Ratgeber Allergene im Wein.
Testdruck und Scan-Test vor der Auflage
Prüfe den Code, bevor du die gesamte Auflage freigibst. Lass ihn in Originalgröße auf dem vorgesehenen Material drucken und klebe das Etikett auf eine Flasche. Scanne ihn mit mehreren Handys. Erst wenn alle Geräte sofort die richtige Seite öffnen, gibst du den Druck frei.
- Probedruck in Originalgröße auf dem Material der Auflage, mit allen Veredelungen.
- Etikett auf die Flasche kleben, damit die Rundung mitgeprüft wird.
- Mit mindestens einem iPhone und einem Android-Handy scannen, jeweils mit der normalen Kamera-App.
- Bei schwachem Licht und aus üblichem Abstand testen, wie im Geschäft oder im Keller.
- Prüfen, ob direkt das E-Label genau dieses Weins öffnet, ohne Zwischenseite (C/2023/1190, Fragen 34 und 35).
Was der Druckbaustein von Weindaten enthält
In Weindaten lädst du den QR-Code als SVG oder Vektor-PDF herunter. Die kurze Adresse, etwa weindaten.com/162, bleibt dauerhaft gleich. Im Paket Pro erhältst du zusätzlich einen gemeinsamen Druckbaustein mit „Zutaten und Nährwerte“, Brennwert und Allergenhinweis. Er steht in den Sprachen zur Verfügung, in denen dein Etikett vollständig ist.
- Die Ruhezone ist im Baustein bereits enthalten.
- Der Code selbst bleibt schwarz auf weiß, damit er sicher lesbar ist.
- Den Code kannst du erzeugen, bevor der Wein abgefüllt ist. Die Adresse ändert sich nicht, die Angaben trägst du nach.
Mehr dazu unter QR-Codes als Vektor mit Druckbaustein. Wie das E-Label hinter dem Code aussieht, zeigt das Beispiel-Etikett.
Passende Funktion in Weindaten: QR-Code als Vektor mit Druckbaustein
Funktion ansehenHäufige Fragen
Wie klein darf der QR-Code sein?
Eine gesetzliche Mindestgröße gibt es nicht. Empfehlungen aus der Praxis beginnen bei etwa 1 x 1 cm und reichen bis 1,5 x 1,5 cm. Mit einer kurzen Adresse und sauberem Druck kommst du eher mit der unteren Grenze aus. Einen Scan-Test auf der echten Flasche solltest du trotzdem machen.
Darf der QR-Code farbig sein?
Rechtlich ist keine Farbe vorgeschrieben. Technisch braucht der Code dunkle Module auf hellem Grund mit deutlichem Kontrast. Dunkle Farben wie Dunkelblau funktionieren meist, helle Töne, Gold, Silber und invertierte Codes sind riskant.
Darf ich den Code ins Rückenetikett setzen?
Ja, wenn dort auch die übrigen Pflichtangaben stehen. Nach Auffassung der Kommission gehören Code und Brennwert in den gleichen Sichtbereich wie Alkoholgehalt, Nennfüllmenge und die anderen Pflichtangaben (C/2023/1190, Frage 2). Ob das Vorder- oder Rückenetikett ist, legt die Verordnung nicht fest.
Kann ich den Code drucken, bevor der Wein fertig ist?
Bei Weindaten steht die Adresse fest, sobald du den Wein anlegst. Den Code kannst du also früh an die Druckerei geben und die Angaben später nachtragen. Brennwert und Allergene stehen aber auf dem Etikett selbst und müssen zum fertigen Wein passen. Spätestens wenn der Wein in den Verkauf geht, gehören vollständige Angaben ins E-Label.
Reicht ein „i“ neben dem QR-Code?
Nein. Nach Auffassung der EU-Kommission muss der Hinweis das Wort „Zutaten“ enthalten, allgemeine Symbole wie ein „i“ genügen nicht (C/2023/1190, Frage 38). Ein einheitliches Symbol kann die Kommission künftig festlegen, bisher ist das nicht geschehen.
Quellen
- Bekanntmachung der Kommission C/2023/1190 (Fragen und Antworten zur Weinetikettierung), Fragen 2, 26, 33, 34, 35, 38 und 40, ABl. C vom 24.11.2023
- Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 (GMO), Art. 119 Abs. 4 und 5 sowie Art. 122 Abs. 1 Buchstabe d Ziffer v, in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/471
- Verordnung (EU) 2026/471 vom 24.2.2026 (ABl. L 2026/471 vom 26.2.2026) und Berichtigung vom 22.5.2026
- Delegierte Verordnung (EU) 2019/33, Art. 40
Dieser Artikel fasst die Rechtslage zum angegebenen Stand allgemein zusammen und ist keine Rechtsberatung. Die Bekanntmachungen der Kommission sind nicht verbindlich, verbindlich auslegen kann EU-Recht nur der Gerichtshof der EU. Für die Kennzeichnung ist der Abfüller verantwortlich. Bei Fragen zu einem konkreten Etikett hilft dir deine Weinbauberatung oder die zuständige Kontrollbehörde.
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